Wie Mittelständler versteckte Ressourcen mobilisieren
Cover: Wie Mittelständler versteckte Ressourcen mobilisieren
ISBN: 3589236531
Verlag: Cornelsen

Von guten Kosten und schlechten Kosten

Aus dem Buch ...
Inhaltsverzeichnis
Vision & Strategie
Ertragspotenzial steigern
Außendienst überlastet?
Gute & schlechte Kosten
Simplify your Company

In jedem Unternehmen gibt es Kosten, die für sein Funktionieren nicht notwendig sind. Diese verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit und reduzieren die finanzielle Ressourcen. Es ist Aufgabe und Verpflichtung eines jeden Mitarbeiters, die Verschwendungen aufzudecken und zu eliminieren. Doch dazu kommt es nicht, weil den Mitarbeitern die Folgen solcher leichtfertigen Ausgaben nicht deutlich genug bewusst gemacht werden.
   Wenn das Unternehmen Gewinne erzielt, signalisiert diese Situation Mitarbeiter und häufig genug auch dem Management: "Alles im grünen Bereich." Dabei liegt die Kapazitätsauslastung vielleicht nahe 100 % und schon ein leichter Umsatzrückgang kann zu erheblichen Verlusten führen. Oder der Markt verändert sich und die finanziellen Reserven des Unternehmens reichen nicht aus, um die Trägheit der Fixkosten zu überwinden.
   Häufig genug reicht der Veränderungsdruck noch nicht einmal bei einem drastischen Gewinneinbruch aus, um die Bequemlichkeiten der gewohnten Abläufe zu überwinden. So bleibt es dem Turn-around Manager überlassen, mit harten Einschnitten und drastischem Personalabbau das Überleben der Firma zu sichern.
   Doch selbst regelmäßige Kostensenkungs-Programme sichern nicht automatisch die Wettbewerbsfähigkeit,
wenn sie die reinen Ausgabenkürzungen in den Mittelpunkt stellen.

Nur wer den gesamten Prozess der Wertschöpfung betrachtet,
kann Ursache und Wirkung einschätzen.
Immer wieder stoßen wir in der Praxis auf erstaunliche Auswirkungen einer rigorosen Sparpolitik. So streicht ein Bäckermeister seine Aufwendungen für Werbung - und wundert sich in den Folgejahren über die einbrechenden Umsätze. Ein Baumaschinenhändler halbiert das Personal im Einkauf - und kann sich nicht über die reduzierten Personalkosten freuen, denn seine Einkaufspreise und damit der Wareneinsatz steigen plötzlich an, obwohl die Umsätzen stagnieren.
   Nicht alle Ausgaben sind also per Definitionem schlecht. Es gibt positive und es gibt negative Kosten. Die Herausforderung für das Management liegt darin, die richtige Zuordnung zu treffen.
   Als gute Kosten können alle Ausgaben angesehen werden, die kurz- oder mittelfristig Ihren Markterfolg und Ihren Unternehmensgewinn steigern. Dazu gehören gezielte Investitionen in Vertriebsleistung, Kundenbeziehungen, Marketing und die konsequente Entwicklung von wettbewerbsfähigeren Produkten. Auch Ausgaben für die regelmäßige Überprüfung und Steigerung der innerbetrieblichen Produktivität schlagen sich im verbessertem Betriebsergebnis nieder. Kurz gesagt, alles, was den Betriebsgewinn positiv beeinflusst, ist gut.

Positive Kosten
Kosten sind gut, wenn durch eine Erhöhung dieser Kostenart der Unternehmensgewinn steigt.

Alle nicht wirklich notwendigen Ausgaben dagegen schlagen sich negativ auf den Gewinn aus. Wenn Sie beispielsweise Ihr Material um 15 % günstiger einkaufen, eine niedrigere Miete zahlen oder die Verwaltung mit weniger Sachbearbeitern bewältigen, führt dieses zu einer Verbesserung Ihres Unternehmensergebnisses. Bei Entscheidungen im Tagesgeschäft über Investitionen oder zusätzliche Ausgaben können Sie auch den umgekehrten Test vornehmen: Kosten sind dann schlecht, wenn sich eine Erhöhung negativ auf den Gewinn auswirkt.

Negative Kosten
Kosten sind schlecht, wenn bei einer Senkung dieser Ausgaben der Unternehmensgewinn steigt.


Gehen Sie Ihre versteckten Kosten an

Die wirklichen Kosten einer Entscheidung werden häufig erst im Laufe der Zeit offenbar. Wer einen Laserdrucker kauft und dann feststellt, dass die Kosten für Verbrauchsmaterialien den ursprünglichen Anschaffungspreis weit übersteigen, bekommt ein erstes Gefühl für die Bedeutung des Begriffes TCO - Total cost of ownership. Das Konzept der TCO umfasst alle Kosten, die ein Investitionsgut im Laufe seiner Einsatzzeit verursacht.

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